CarSystem – was ist das überhaupt?
CarSystem bezeichnet Modellfahrzeuge, die sich autonom auf einem korrespondierenden Straßensystem bewegen.Die Fahrzeuge sind – dem realen Vorbild entsprechend – lediglich an die Straßenführung des Verkehrsnetzes gebunden. Die Fahrtrassen übernehmen gleichzeitig auch die Lenkung der Autos.
Darüber hinaus agieren die Funktionsmodelle selbstständig – wie echte Autofahrer nehmen sie Einflüsse der Umgebung wahr und reagieren darauf: an Stoppschildern halten sie an, reduzieren bei Beschränkungen ihre Geschwindigkeit oder passen sie dem vorausfahrenden Wagen an, warten an Ampeln auf Grün, sogar Abbiege- und Überholvorgänge sind möglich.
Auf diese Weise entstehen statt starr vorprogrammierter Choreographien immer wieder situativ unterschiedliche und sogar für den Anlagenbetreiber überraschende Fahrsituationen. Historie des CarSystems
In den Anfängen des CarSystems 1989 war der Betrieb rein physikalisch: Ein Akku treibt die Heckachse mittels Elektromotor an, die Geschwindigkeit ist hierbei konstant. Die Lenkachse ist verbunden mit einem Führungsmagneten, der einem in der Fahrbahn eingelassenen Draht folgt.
Als einzige dynamische Möglichkeit der Einflussnahme auf den Fahrbetrieb dient ein im Fahrzeug befindlicher Reedkontakt (= magnetfeldsensitiver Schalter), der – durch einen Magneten in der Straße betätigt – den Stromkreis unterbricht und das Fahrzeug abrupt stoppt. Als Elektromagnet ausgeführt erlaubt eine solche "Stoppstelle", das Fahrzeug fernbedient anzuhalten und weiterfahren zu lassen.
In dieser frühen Phase diente das CarSystem hauptsächlich als Ergänzung zu Modelleisenbahnanlagen, um auch auf Flächen abseits der Gleise Bewegung ins Spiel zu bringen. Dieses vergleichsweise einfache System wird heutzutage als 'CarSystem analog' bezeichnet. Lenkung und Antrieb
- Die Lenkung wird durch Magnetismus bewegt: Die magnetische Kopplung zwischen einem unsichtbar in die Fahrbahn eingelassenen Führungsdraht und einem Dauermagneten am Lenkhebel des Fahrzeugs bewirkt den Lenkeinschlag der Vorderräder. Das Auto wird also nicht magnetisch in eine Richtung "gezogen", vielmehr übernimmt der Lenkhebel die Aufgabe eines echten Fahrers und lenkt den Wagen realitätsgetreu physikalisch: letztendlich bestimmen Lenkeinschlag und Seitenführungskräfte der Reifen den tatsächlichen Fahrweg.
- Heutzutage wird meist ein flexibles Magnetband statt eines einfachen Drahtes verbaut. Die stärkere magnetische Anziehung verbessert die Spurhaltefähigkeit der Fahrzeuge erheblich, zudem kann der ehemalige "Magnetschleifer" berührungslos und somit verschleißfrei oberhalb der Fahrbahn schweben.
- Als Antrieb dient ein Mikro-Getriebemotor mit wenigen Millimetern Durchmesser. Kraftvoll genug, um Auflieger und Anhänger zu ziehen und Steigungen zu bewältigen.

Das moderne CarSystem
Das heutige CarSystem ist digital.Sowohl im Straßennetz als auch im rollenden Material steckt intelligente Elektronik. Und Microcontroller, mit ausgeklügelter Software bestückt, als "Gehirn" der Fahrzeuge.
Die heutigen Autos sind um ein Vielfaches leistungsfähiger als ihre analogen Vorfahren. Sie empfangen Infrarotsignale und erkennen Magnetpolaritäten. Zudem senden sie selbst IR-Signale aus, was den Grundstein legt zur Interaktion mit anderen Fahrzeugen und stationären Anlagenelementen.
Die kompakten Technikpakete enthalten unter Anderem alle wichtigen Lichtfunktionen eines realen Fahrzeugs, eine feinfühlige Motorsteuerung für Langsamfahrten sowie eine realistische Abstandsregelung, die kollisionsfreie Kolonnenfahrten ermöglicht.
Wichtig hierbei: Der Verkehr wird nicht zentral überwacht oder gar gesteuert, sondern jeder Akteur bringt seine eigene Intelligenz mit. Wie in der Realität verhalten sich die Fahrzeuge ihrer Rolle entsprechend, registrieren dabei eingehende Signale, werten sie aus und reagieren eigenständig und individuell darauf. Im Zusammenspiel der beteiligten Komponenten und immer wieder neuer situativer Umstände entsteht wie von alleine ein überzeugend natürlicher Verkehrsfluss.

Die Fahrzeuge können Verkehrszeichen nicht optisch erfassen, daher bedient man sich ihrer anderen "Sinne". Infrarotsender, Dauer- und Elektromagnete übernehmen die Aufgabe von Verkehrszeichen. Die Autos erkennen also nicht z. B. ein Ampel-Rotlicht an sich, sondern registrieren die damit synchronisierte IR-Nachricht "Hier steht eine aktuell auf Rot geschaltete Ampel". Die winzige IR-Sendediode ist versteckt verbaut und wie das Infrarotlicht nicht sichtbar. So entsteht die perfekte Illusion, die Ampel würde direkten Einfluss auf die Fahrzeuge nehmen.
Das klingt kleinteilig? Ganz recht, die Konzeption ist das perfekte Abbild der Realität. Auch hier ist jede Abzweigung, jede Kreuzung, einfach jeder Straßenabschnitt ein eigener Mikrokosmos mit spezifischen Gegebenheiten und so wird "kleinteilig" zu "hochdetailliert": Je nach Ausbau der Anlage sind durch Kombination und Konfiguration der Signalgeber hochkomplexe Verkehrsführungen wie z. B. Kreisverkehre, mehrspurige Fahrbahnen mit Spurwechseln, Rastplätze, Mehrfachabzweigungen, Ampelkreuzungen und noch vieles mehr realisierbar.
Ist der Einstieg in das CarSystem kompliziert?





Trotz der riesigen Fülle an Möglichkeiten ist das CarSystem sowohl für Neueinsteiger als auch für Umsteiger vom analogen CarSystem erstaunlich einfach einsetzbar.
Das durchdachte Konzept erlaubt es, mit wenigen Basics zu starten und, falls gewünscht, stufenweise der persönlichen Motivation folgend tiefer in die Materie einzutauchen.
Das System wächst Schritt für Schritt mit den Erwartungen des Anwenders, anstatt zu überfordern. Daraus ergibt sich eine schöne Balance zwischen selbstgestellten Herausforderungen und kontinuierlichen Erfolgserlebnissen bei der Umsetzung eigener Interpretationen einer miniaturisierten Welt. Level 1: Einfach nur fahren
Ein Auto und ein Magnetband als Führung. Das reicht schon.
Bereits mit diesen beiden Komponenten lassen sich erste Rundkurse aufbauen, ein zweiter Wagen lädt zum Austesten der Abstandsregelung ein.
Bustronix- und Viessmann-Artikel werden mit einer Standardkonfiguration ausgeliefert, sind also "out of the box" sofort einsatzbereit. Natürlich macht so ein Minimalstbetrieb auf Dauer nicht glücklich, so dass sicherlich bald der Wunsch nach einer kleinen Evolution aufkommen wird. Level 2: Simulation des analogen CarSystems
Mit einigen Dauer- und Elektromagneten lassen sich bereits erstaunliche Auswirkungen auf den Fahrbetrieb erzielen, auch mechanisch betätigte oder elektrisch angesteuerte Abzweige sind nutzbar.
Diese Ausbaustufe entspricht in etwa dem Umstieg vom analogen CarSystem: Vorhandene Trassen (auch mit Fahrdraht statt Magnetband ausgestattet) sowie Stoppstellen können dank der Abwärtskompatibilität mit den digitalen Fahrzeugen weiterhin genutzt werden, es ist also nicht zwingend erforderlich, bestehende Anlagen von Grund auf umzurüsten.
Natürlich bringen die Fahrzeuge neben der feinmotorischen Mobilität auch ihre integrierten Funktionalitäten wie eine detailreiche Lichtanlage, automatische Erkennung von Anhängern, die Abstandsregelung oder das Auslesen von Magnetpolfolgen mit.
Auf diesem Level sind die Fähigkeiten der kleinen Computer auf Rädern allerdings noch ziemlich wenig ausgereizt. Es wäre fast schade, nicht mehr aus den Fahrzeugen herauszuholen ... Level 3: Infrarotsignale halten Einzug
Elegant in der Handhabung und flexibel in der Anwendung sind Infrarot-Signalgeber. Mit ihnen werden ausgefeilte Verkehrssitationen zum Kinderspiel. Statt nachträglich eine Magnetfolge in die Fahrbahn einzubauen, reicht es aus, einen winzigen Infrarotsender z. B. in einem Busch zu verstecken, um die Fahrzeuge geschwindigkeitsreduziert durch einen verengten Baustellenbereich zu leiten. Oder ein Fahrzeug unter Warnblinklicht anhalten zu lassen. Oder es auf einen Parkplatz zu schicken. Oder einen Spurwechsel zu vollziehen. Oder oder oder – die Infrarotbefehle sind je nach Einsatzzweck anpassbar.
Mit der Infrarotkommunikation eröffnet sich ein ganzes Portfolio neuer Möglichkeiten. Es verwundert daher nicht, dass das CarSystem längst nicht mehr nur Beiwerk auf Modelleisenbahnanlagen ist, sondern Modellanlagen exklusiv für das CarSystem aufgebaut werden. Level 4: Die CarManager-Software
Manchmal harmonieren die Konfigurationen ab Werk nicht so recht mit der heimischen Modellanlage oder es soll eine ganz besondere Situation geschaffen werden.
Hier hilft der Viessmann CarManager. Mit dieser Software lassen sich Standardkonfigurationen ändern und den Komponenten der individuelle Feinschliff verpassen.
Das Fernlicht soll heller sein? Einfach ändern. Manche Autos sollen an der Ampel schneller losfahren als andere? Auch das ist für jedes Fahrzeug individuell einstellbar. Die Zugmaschine ist solitaire unterwegs und soll schneller fahren können als der vollbeladene Hängerzug, dabei aber auch einen kürzeren Bremsweg haben? Alles nur eine Sache der Konfiguration.
Ein bestimmtes Fahrzeug soll ab einem bestimmten Punkt eine bestimmte Strecke lang eine bestimmte Geschwindigkeit halten und dabei bestimmte Leuchten einschalten? Alles möglich.
Das Kopieren von Konfigurationen auf andere Autos und speicherbare Makros (= mehrere gleichzeitige Aktionen des Fahrzeugs) runden die komfortable Nutzung des CarManagers ab. Die Bezeichnung "CarManager" ist übrigens etwas irreführend, da auch Infrarotsender und Abzweigungen hiermit konfiguriert werden können. Somit ist der CarManager das Werkzeug für die perfekte Feinabstimmung des CarSystems an die eigenen Präferenzen.
Was ist das CarSystem also wirklich?

